Eiskalte Leidenschaft – Leni Riefenstahl und Arnold Fanck zwischen Hitler und Hollywood

Arnold Fanck und Leni Riefenstahl. Beide riskieren für einen Film ihr Leben und quälen sich gegenseitig unerbittlich für ihre Visionen. Eine Amour Fou, die im ewigen Eis von Grönland eskalieren und für immer erkalten wird.


Eiskalte Leidenschaft – Leni Riefenstahl und Arnold Fanck zwischen Hitler und Hollywood

Sie ist die radikalste und umstrittenste Künstlerin des 20. Jahrhunderts – Leni Riefenstahl. Er ist der Erfinder des Bergfilmes, Kamerakonstrukteur und vergessener Filmavantgardist der 20er Jahre – Arnold Fanck. Zwei kompromisslose Künstler. Im Mai 1932 brechen sie vom Hamburger Hafen zu einer fünfmonatigen Drehreise für die Produktion „SOS Eisberg“ nach Grönland auf. Vereint sollen sie das bis dahin riskanteste Spielfilmprojekt der Filmgeschichte stemmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Rollen klar verteilt. Regisseur Fanck hat die gescheiterte Tänzerin Riefenstahl Jahre zuvor entdeckt. Er ist der Regisseur, Lehrer und Mentor. Sie ist seine Schauspielerin, Schülerin und Muse. Von Fanck lernt Riefenstahl ihr Handwerk: Kamera, Bildsprache und Schnitt. Fanck wiederum ist Riefenstahl privat und beruflich verfallen. Keine andere Darstellerin steht seine lebensgefährlichen Drehs durch, keine andere Darstellerin inspiriert ihn so wie die exzentrische Riefenstahl. Beide riskieren für einen Film ihr Leben und quälen sich gegenseitig unerbittlich für ihre Visionen. Eine Amour Fou, die im ewigen Eis von Grönland eskalieren und für immer erkalten wird.

Vom ersten Drehtag an entwickelt sich in Grönland eine Apocalypse Now im Eis. Angriffe der für den Film mitgebrachten Eisbären, verschollene Forscher, sterbende Inuit im Flugzeug des Fliegerhelden und Darstellers Ernst Udet, halberfrorene Schauspieler und nackte Ausdruckstänze auf schwankenden Eisbergen. Der Dreh ist eine atemberaubende Tour de Force. Diese haarsträubenden Geschichten sind bislang ebenso wenig erzählt, wie die außergewöhnliche Mentor-Musen-Beziehung zwischen Fanck und Riefenstahl. Die fünf Monate zwischen Leben und Tod sind durch Tagebücher der Beteiligten und einmalige Foto- und Filmaufnahmen dokumentiert und zum Teil noch nie veröffentlicht.

Am Vorabend der Machtergreifung Hitlers sind die Dreharbeiten der Wendepunkt in Fancks und Riefenstahls Leben. Während Fanck mit „SOS Eisberg“ scheitert, beginnt für Leni Riefenstahl im nationalsozialistischen Deutschland eine steile Karriere. Schon kurze Zeit später ist Arnold Fanck auf die Gnade seiner ehemaligen Muse angewiesen.

Buch & Regie: Annette Baumeister

Produktionsleitung: Lilly Hartmann
Produktionsassistenz: Rebecca Zaubel
Filmgeschäftsführung: Sandra Zentgraf

Producer: Fabian Motz
Associate Producer: Paul Wiederhold
Produktionsassistenz: Zarah Schrade

Kamera: Johannes Straub
Kamera-Assistenz: Rainer Hirsch
Schnitt: Marion Pohlschmidt
Schnittassistenz: Malte Hadeler
Sounddesign: Primetime Studio

Produzent: Reinhardt Beetz
Redaktion: Martin Pieper (ZDF/arte)
Michael Renz (ZDF History)

Koproduktion

ZDF

Kooperation

arte

Förderer

nordmedia