1968 – The Awakening

Die Serie erzählt die Revolution von 1968 anhand der wichtigsten historischen Ereignisse, aus globaler Perspektive und aus dem Heute durch Zeitzeugen, ihre Kinder und Enkelkinder. Ikonografischer Bilder dieser Zeit, Super-8-Filme und Fotos erwecken das Lebensgefühl einer gesamten Generation zum Leben. Haben die 68er die Welt tatsächlich verändert oder sind sie damit gescheitert?


1968 – The Awakening

Im Jahr 2018 feiern wir den 50. Jahrestag eines der einschneidendsten historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts: Die kulturelle und politische Revolution von 1968. Der Aufstand junger Menschen weltweit, eine globale Revolution, die fast gleichzeitig in den USA und Westeuropa, in Osteuropa, Asien, Südamerika und auch in Afrika stattfand. Die 68er Generation hat viele Grenzen gesprengt: Sie haben Rechte für Minderheiten erkämpft, Kriege beendet, Untergrundkultur zur Kulturindustrie gemacht und geprägt wie wir heute leben, lieben und unsere Kinder erziehen.
Ihr „langer Marsch durch die Institutionen“ hat sie an die Spitze von Großkonzernen, Kulturinstitutionen, ja ganzer Länder geführt. Aber was ist aus ihren Idealen geworden?
Heute, 50 Jahre später, kämpfen westliche Soldaten immer noch in Stellvertreterkriegen. Zwar nicht mehr in Vietnam, aber in Syrien, Afghanistan oder im Irak. Rassendiskriminierung in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht: Im Jahr 2015 wurden 300 Schwarze von der Polizei erschossen, ein trauriger Allzeitrekord. Frauen sind weiterhin noch unterbezahlt und Herkunft entscheidet immer noch wesentlich über Bildungserfolg, Einkommen und sozialen Status, ganz zu schweigen von der extremen Wohlstandsverteilung. 1% der Menschheit besitzt heute so viel wie die restlichen 99%. Wirtschaftlich haben sich in dieser Zeit globale Machtzentren entwickelt, die stärker als einzelne Staaten sind. Und 2015 war vor dem Hintergrund der globalen Klimaerwärmung das heißestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Was ist schief gelaufen? Haben die 68er tatsächlich die Welt verändert oder sind sie mit ihren Idealen gescheitert? Und wie gehen ihre Kinder und Enkelkinder mit dem scheinbar übermächtigen Erbe um?
Die wichtigsten historischen Ereignisse geben die Struktur für die jeweilige Folge vor: Die blutige Invasion der Truppen des Warschauer Paktes in Prag, die Tet-Offensive während des Vietnamkriegs, der Sechs-Tage-Krieg im Nahen Osten und der Tod von Che Guevara; die Morde an Martin Luther King und Malcom X, die Frauen-Proteste bei der Miss America Wahl, die Veröffentlichung des legendären „White Album“ der Beatles, die blutig niedergeschlagenen Studenten-Proteste in Japan; die hoch politisierten Olympischen Sommerspiele in Mexiko City mit dem Massaker von Tlatelolco, bei dem 300 Studenten in Mexiko getötet wurden und der legendäre Black Power Salut zwei afroamerikanischer Sportler bei der Siegerehrung; der Start der Apollo 8 Mission zum Mond und der Jungerfernflug des ersten 747 Jumbo Jets; die allererste Herztransplatation und der Launch von APRANET, das später das Internet werden sollte; der Summer of Love, Woodstock und die Premiere des Rock-Musicals „Hair“; der erste Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen im US-Fernsehen bei „Startrek“ und die erste Sexszene auf großer Leinwand in Vietnam; und natürlich die weltweiten 1. Mai Proteste von Arbeitern und Studenten.
Neben den noch lebenden Zeitzeugen wie der 68er Ikone Marianne Faithful, dem brasilianischen Musiker und späterem Kulturminister Gilberto Gil oder dem Apollo 8-Astronauten William Anders, stehen die Kinder und Enkel der 68er im Mittelpunkt der Reihe: Marcia Tambutti Allende, die Enkelin von Salvador Allende, der Anwalt Arno Klarsfeld, Sohn der Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld oder Ilyasah Shabazz, die Tochter von Malcolm X.
Mit Hilfe von privaten Fotos und Super-8-Material, der Musik und den ikonografischen Bildern, erwecken wir das Lebensgefühl dieser Zeit zum Leben. Interviews mit Augenzeugen, berühmte Persönlichkeiten, aber auch „normale“ Menschen mit außergewöhnlichen Geschichten, erwecken die historischen Ereignisse zum Leben. Ergänzt wird diese Perspektive durch ihre Nachkommen, die aus dem Heute das Erbe der „68er“ reflektieren. Dabei verdichtet sich der Blick auf eine Generation, jenseits kollektiver Heldenverehrung und Pauschalabrechnungen.

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