Auroras Sunrise

Ihre Lebensgeschichte wurde in den 1920er Jahren zum meistverkauften Buch- und Blockbuster Hollywoods. Aurora Madriganian überlebte den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich, als im Schatten des Ersten Weltkriegs das jungtürkische Regime 1915 das Land von „inneren Feinden“ zu „säubern“ begann und Millionen von armenischen Christen in den Tod riss. Die junge Frau, eine Geflüchtete, eine Zeitzeugin, eine Aktivistin in Hollywood, wurde zum Symbol für den Kampf um Gerechtigkeit für ihr geschändetes Volk. Der Film erzählt mit exklusiven Interviews, Animationen und Ausschnitten des als verschollen geltenden Hollywoodfilms das Werk einer Heldin, deren Mission immer noch ein Stück Gegenwartsgeschichte ist.


Auroras Sunrise

Los Angeles, 1919, das goldene Zeitalter Hollywoods. Das Plakat von Auction of Souls (Auktion der Seelen), dem ersten Blockbuster über den Völkermord an den Armeniern, hängt zur Premiere haushoch in den Straßen der Metropole. Der Film wird zum Kassenschlager, eine Sensation mit rund 30 Millionen US-Dollar Box-Office-Umsatz. Er ist der Aufstieg von Aurora Madriganian, Hauptdarstellerin und Autorin der literarischen Vorlage, er ist ihre Abrechnung mit dem Osmanischen Reich im Schatten der Grausamkeiten des Ersten Weltkriegs.

Aurora ist selbst eine Überlebende des Genozids. Geboren in der türkischen Provinz Tunceli, verlor sie als Jugendliche erst ihre Familie, dann ihre Heimat, als das jungtürkische Regime 1915 das Land von „inneren Feinden“ zu „säubern“ begann und Millionen von armenischen Christen in den Tod riss. Auroras Vater und Bruder wurden vor ihren Augen niedergestreckt. Sie selbst wurde verschleppt, während des Todesmarsches durch die syrische Wüste von Sklavenhändlern entführt, dann in einen türkischen Harem verkauft. Es war ihr Kampfgeist, der sie rettete. Über Georgien flüchtete sie nach St. Petersburg, ins christliche und dem Osmanischen Reich verfeindete Russland. Sie begab sich in die Hände von amerikanischen Missionaren und wanderte in die Staaten aus.

Drei Elemente verdichten den Film zu einem emotionalen Gesamtwerk: dokumentarisches Material (Interviews, Archivbilder, Zeitungsartikel), Animationen und exklusive Ausschnitte von Auction of Souls. Der Film gilt als verschollen. Erst vor einigen Jahren wurde in einem russischen Archiv ein 20-minütiger Ausschnitt entdeckt.

Der Film behandelt die Lebensgeschichte einer Geflüchteten, einer Überlebenden, einer Aktivistin in Hollywood, die seit ihrem Tod im Jahr 1994 in Los Angeles auf einem Armenfriedhof begraben liegt. Es ist die Wiederentdeckung der Patronin des internationalen Aurora-Preises für herausragende humanitäre Arbeit, mitgeleitet von George Clooney, dessen Ehefrau Amal Alamuddin als Beraterin der armenischen Regierung seit 2015 am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um die Anerkennung des Genozids kämpft. Er wird immer noch von der Regierung Erdoğans geleugnet.

Regie: Inna Sahakyan
Produzenten: Vardan Hovhannisyan, Christian Beetz