Golda Meir – Ministerpräsidentin (AT)

Vierzig Jahre nach ihrem Tod ist Golda Meirs Bild nach wie vor getrübt von Kontroversen. Während sie vielerorts in der Welt als feministische Ikone wahrgenommen wird, gilt sie in dem Land, das sie fünf Jahre lang als Ministerpräsidentin führte, als Versagerin, als ein Symbol der Schande. „Golda Meir – Ministerpräsidentin“ lädt den Zuschauer ein, in ihre ikonischen Schuhe zu schlüpfen und die bahnbrechenden und dramatischen Jahre als erste und einzige weibliche Ministerpräsidentin in Israel neu unter die Lupe zu nehmen.


Golda Meir – Ministerpräsidentin (AT)

Das Ergebnis der Gallup Meinungsumfrage im Jahr 1974, wer die beliebteste Frau in den USA sei, überraschte niemanden: Golda Meir, die Israelische Ministerpräsidentin, die ihre Jugend in Milwaukee verbrachte, hatte schon wieder die Spitze erobert. Zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren! Als vielbewunderte Politikerin, die eine bahnbrechende Karriere im öffentlichen Dienst hingelegt hat, bereiste sie in den Sechziger und Siebziger Jahren die Welt, traf Könige, Präsidenten und Minister von der Elfenbeinküste bis nach Japan. Eine begnadete, charismatische und entschlossene Anführerin des jungen Staates Israel.

In dem Land, das sie regierte, sollte 1974 jedoch das Jahr ihres Niedergangs werden. Die 75 Jahre alte Ministerpräsidentin war gezwungen im April zurückzutreten – kurz nachdem sie wiedergewählt wurde und ein neues Parlament gebildet hatte. Eine Protestwelle in der Bevölkerung als Folge des Yom Kippur Kriegs hatte ihr keine Wahl gelassen. Im Jahr 2018 wird ihr vierzigster Todestag sein und noch immer ist das öffentliche Bild von ihr stark umstritten. Ihre Unterstützer beschreiben sie als die Mutter des Zionistischen Staates, die ihr ganzes Leben lang um Frieden, regionale Kooperation, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung rang. Ihre Kritiker beschreiben sie als engstirnige, vorurteilsbeladene Frau, die sich gegen jegliche Versöhnungsversuche sträubte, Israel in unnötige Kriege führte und einen brutalen Kreislauf von Gewalt herauf beschwor, der bis heute das Leben im Nahen Osten beeinflusst. Egal zu welcher der beiden Gruppen man gehört – niemand kann bestreiten welch wichtige Rolle sie in der kurzen Geschichte Israels gespielt hat und welchen langanhaltenden Einfluss ihre Präsidentschaft auf ihr Land, den Nahen Osten und die Weltpolitik hatte.

„Golda Meir – Ministerpräsidentin“ begleitet Golda Meir vom Tag ihres Amtsantrittes im März 1969 bis zu ihrem Rücktritt im April 1974, als sie alleine das Regierungstreffen verließ. Anhand von Archivmaterial kommen wir der komplexen und einzigartigen Persönlichkeit von Golda Meir näher, während Interviews mit ehemaligen Kollegen, Politikern, Aktivisten und Familienmitgliedern ihre entscheidende Rolle in zahlreichen innen- und außenpolitischen Konflikten beleuchten, die bis heute den Staat Israel formen und herausfordern.

Als letztes verbliebenes Mitglied der Gründungselite war Meir sowohl Produkt der Zionistischen Bewegung, als auch Mitgestalterin ihres Ethos und ihrer Geschichte. Von daher ist ihre persönliche Geschichte in vielerlei Hinsicht auch die Geschichte der Zionistischen Unternehmung; eine Erzählung über Stolz, Heimkehr, Entschlossenheit, und die Bewältigung großer Herausforderungen – aber genauso auch eine Geschichte über Sturheit, Arroganz, Gefühlslosigkeit und Egozentrismus. Ein hoffnungsvolles Versprechen, das unvermeidlich auch tragische Wendungen beinhaltet hat.

Regie:
Shani Rozanes
Sagi Bornstein
Udi Nir

Kamera:
Eitan Hatuka

Producer:
Georg Tschurtschenthaler

Produzenten:
Christian Beetz
Sagi Bornstein
Udi Nir

Recherche:
Elisha Baskin

Koproduktion

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Kooperation

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