Des Kaisers schmutzige Wäsche

Führte Wilhelm II., Deutschlands letzter Kaiser und der erste Medienstar des 20. Jahrhunderts, ein tragisches Doppelleben? War der Monarch, der den Ersten Weltkrieg entfesselte, zugleich umschwärmter Held eines Kreises feinsinniger Kunstliebhaber, denen alles Militaristische fern lag? Geriet er unter Druck, weil seine engsten Vertrauten wegen angeblicher Homosexualität vor Gericht standen?
Entlang historischer Gerichtsprozesse gegen Mitglieder der kaiserlichen Entourage taucht der Film in das Sittenbild, die Moral und die Tabus der letzten Jahre des Deutschen Kaiserreichs ein und zeichnet ein weitgehend unbekanntes Bild dieser Zeit.


Des Kaisers schmutzige Wäsche

Wilhelm II. von Hohenzollern, Deutschlands letzter Kaiser, steht bis heute für die konservative, militarisierte und patriarchalisch-preußische Gesellschaft der Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.  Was jedoch kaum bekannt ist: er führte ein eigenartiges Doppelleben.
Der auf sein internationales Prestige und herbe Männlichkeit bedachte Monarch war der schillernde und umschwärmte Mittelpunkt einer homosexuellen Männerrunde, bekannt als „Liebenberger Kreis“, eine Tafelrunde seines engsten Vertrauten und besten Freundes, Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld auf Schloss Liebenberg bei Berlin.
Über zwanzig Jahre sind Eulenburg und Wilhelm eng befreundet. Der erfahrene, den schönen Künsten zugetane Fürst berät den Kaiser aber auch politisch und arbeitet auf einen Ausgleich mit Frankreich hin: für einen dauerhaften Frieden wird, mit Beteiligung französischer Diplomaten, über die Rückgabe Elsass-Lothringens diskutiert. Doch dann wird Eulenburg von dem einflussreichen Journalisten Maximilian Harden der Homosexualität bezichtigt, damals nach § 175 Strafgesetzbuch mit empfindlicher Strafe belegt. Der Kaiser muss sich von seinem Berater trennen, nun hat das Militär wieder maßgeblichen Einfluss auf den Kaiser. 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus.
In dem Film bilden die Originalschauplätze wie das Neue Palais, Schloss Liebenberg, das Jagdschloss Grunewald und das Kriminalgericht Moabit eine anschauliche Kulisse für das Sittengemälde einer Zeit, in der Sexualpolitik über  Krieg und Frieden und das Schicksal von Dynastien entscheiden konnte.

Buch / Regie: Claus Bredenbrock
Kamera: Johannes Imdahl
Schnitt: Volker Gehrke
Filmgeschäftsführung: Daniela Schöne
Produktionsleitung: Nick Pastucha
Herstellungsleitung: Kathrin Isberner, Susanne Heinz
Archiv: Eva Schellenbeck, Paula Zettelmann
Producer: Anahita Nazemi, Sarah Maret
Produzent: Christian Beetz
Redaktion: Martin Pieper (ZDF/ARTE)

Koproduktion

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