Metropolis 09.04.2011

John Malkovich – Opernstar
Ein Beitrag von Cordula Stadter

Moderne Ruinen Detroits
Ein Beitrag von Anna Bolster und Sarah Maret

Sozialplan – Das Spiel
Ein Beitrag von Gabriele Denecke

Island – Ein Jahr nach der Wahl – Europas ungewöhnlichster Bürgermeister
Ein Beitrag von Helga Brekkan

Das Kleistjahr 2011
Ein Beitrag von Torsten Striegnitz

Godard trifft Truffaut – Der Dokumentarfilm
Ein Beitrag von Sarah Maret

Kulturgut Computerspiele
Ein Beitrag von Paul Krauskopf

Projekte


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    Metropolis 31.05.2008

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    Metropolis 31.10.2009

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    Metropolis 09.02.2008

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    Metropolis 29.05.2010

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    Metropolis 07.03.2009

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    Metropolis 17.09.2011


Metropolis 09.04.2011

John Malkovich – Opernstar
Ein Beitrag von Cordula Stadter

John Malkovich singt Mozart! Nach dem durchschlagenden Erfolg der „Infernal Comedy“ 2010, wagt sich der Hollywoodmime ohne klassische Gesangsausbildung als Giacomo Casanova an Mozarts drei „Da Ponte“ Stücke: Figaro, Don Giovanni, Cosí fan tutte. Die Inszenierung „The Giacomo Variations“ unter musikalischer Leitung von Michael Haselböck tourte nach der Premiere in Wien am 05.01.2011 im Januar durch Australien und ist im Mai 2011 auf den Ruhrfestspielen und im Juli 2011 im Schloss Versaille zu Gast.
Schauspiel und Oper verbünden sich auf dem Weg zu „Wagners Gesamtkunstwerk“. Inwiefern pfeift also mit den „Giacomo Variations“ frischer Wind durch den angestaubten Klassik-Zirkus? Und welch neuer Zugang eröffnet sich zu Mozarts Meisterwerken, wenn John Malkovich zusammen mit seiner Gesangspartnerin abwechselnd in bis zu sechs verschiedene Rollen schlüpft?
Experimentelle Dramaturgie trifft auf klassische Kammeroper. Welchen Regeln folgen die Künstler, wenn alles erlaubt ist? Wenn die Kunstgattungen kräftig durcheinander gewirbelt werden? „The Giacomo Variations“ ist das zukunftsweisende Bühnenhighlight 2011.

Moderne Ruinen Detroits
Ein Beitrag von Anna Bolster und Sarah Maret

Im Dezember 2010 erschien im Steidl Verlag der Fotoband “The Ruins of Detroit” von den zwei französischen Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre. In eindrucksvollen Bildern wird der Verfall einer Metropole festgehalten, die einst das Zentrum der amerikanischen Automobil-Industrie war und den Spitznamen “Motorcity” trägt. Bereits in den 1960er Jahren begann der Niedergang der Stadt: zehntausende Arbeitsplätze wurden abgebaut und Fabriken geschlossen. Heute stehen tausende Gebäude leer und verfallen, durch Abrisse entstehen riesige Lücken im Großstadtgeflecht. Mit den beiden jungen, französischen Fotografen taucht Metropolis in die faszinierenden und eindrücklichen Bilderwelten ein, lässt Endzeit-Phantasien wach werden und spricht mit den beiden über die Atmosphäre, die sie in den leerstehenden Ruinen vorfanden.

Sozialplan – Das Spiel
Ein Beitrag von Gabriele Denecke

Die bretonische Spielzeugfirma Arplay hat einen Coup gelandet. Sie hat ein Kartenspiel auf den Markt gebracht, das binnen weniger Tage ausverkauft war. „Sozialplan“ – ein Spiel, das „Raubtierinstinkte und innere Grausamkeit“ weckt, bei dem einen das Lachen im Halse stecken bleibt. Worum geht’s? Jeder der bis zu sechs Teilnehmer kämpft darum, als Erster seine Karten los zu werden, die einen Angestellten einer Firma darstellen. Egal ob „Baustellen“-Sklave, Behinderter, Schwangere, alles muss entlassen werden. Für den Rausschmiss eines Gewerkschafters gibt’s Extrapunkte. Je höher die Angestellten in der Hierarchie des Betriebes stehen, um so schwieriger ist ihre Entlassung. Ist man die Karten los und damit seine Angestellten, darf die Firma umsiedeln in ein totalitäres Land, wo die Arbeitskräfte billig sind. Das Spiel spaltet die Franzosen in Befürworter und strikte Gegner. Metropolis spielt mit und schlüpft in die Rolle eines Aktionärs, der hofft als Erster alle Karten seines Personals zu entledigen, seinen Sozialplan zu erfüllen und seine Firma nach China auszulagern.

Island – Ein Jahr nach der Wahl – Europas ungewöhnlichster Bürgermeister
Ein Beitrag von Helga Brekkan

Die Banken weg, die Währung tot, die Regierung gestürzt: Die Wirtschaftskrise brachte Island an den Rand des Abgrunds. Und die Isländer? Wählen aus Protest einen Komiker zum Bürgermeister und hieven eine Clique von Künstlern und Punkrockern in den Stadtrat. Obwohl Jón Gnarr keine Ahnung von Politik hat, ist sein Programm nicht minder ambitiös: seine „Beste Partei“ will den Stadtrat drogenfrei bekommen, dem Zoo ein Eisbärengehege verschaffen und Reykjavik aufgrund seiner Erdwärme Vorkommnisse als Drehscheibe für die Elektroautoindustrie etablieren. Metropolis entdeckt mit dem engagierten Bürgermeister und Spaßvogel Jón Gnarr und der ehemaligen Kunsthändlerin Lilja Skaftadottir, die aus dem ältesten Boulevardblatt des Landes eine kritische Alternative schuf ein Island, das durch seine Kreativen politisch und wirtschaftlich auf die Beine kommt und trifft auf den belebten Straßen Rejkjaviks und im Alltag der Protagonisten ein modernes, kreatives Krisenmanagement – einzigartig in Europa.

Das Kleistjahr 2011
Ein Beitrag von Torsten Striegnitz

2011 jährt sich zum 200. Mal der mysteriöse Tod des Dichters Heinrich von Kleist, der heute der meist gespielte Autor im deutschen Theater und auch im Ausland einer der bekanntesten deutschen Dichter ist. Grund genug den großen Dichter mit einem nationalen Gedenkjahr zu ehren. In seinem kurzen Leben hat Kleist ein gewaltiges Werk hinterlassen das seiner Zeit voraus war. Sein unruhiger Geist, getrieben vom Streben nach dem absolutem Glück, führte Kleist durch ganz Europa. Kleist frappiert immer wieder mit seiner Radikalität, seinen Gefühlsausbrüchen, seiner Energie, die in sprachlicher Brillanz und Gewandtheit Ausdruck findet. Zum Auftakt des Kleistjahrs am 4. März 2011 in Frankfurt Oder widmet sich METROPOLIS dem faszinierenden Schriftsteller und gibt einen Überblick über die kulturellen Highlights, die das Kleistjahr bereit hält.

Godard trifft Truffaut – Der Dokumentarfilm
Ein Beitrag von Sarah Maret

Eine der größten und kreativsten Freundschaften verbindet die beiden wichtigsten Vertreter des französischen Autorenfilms. Zu Beginn ihrer Karriere helfen sie sich gegenseitig und das mit Erfolg: ihre beiden Debütfilme „Les 400 Coups“ („Sie küssten und sie schlugen ihn“) und „À bout de souffle“ („Außer Atem“)  schreiben Filmgeschichte.  Die politischen Ereignisse 1968 aber entzweiten die Vertreter der Nouvelle Vague.Die beiden Freunde sprechen nicht mehr miteinander – bis zum Tod von Truffaut gibt es keine Versöhnung. Zwischen den beiden hin- und hergerissen ist ihr Lieblingsschauspieler Jean-Pierre Léaud und mit ihm gleichsam eine ganze Filmnation. Metropolis blickt mit dem Regisseur Emmanuel Laurent und dem französischen Autor, Filmhistoriker und ehemaligen Chefredakteur der legendären Cahiers du cinéma Antoine de Baecque in eine der prägensten filmischen Aufbruchszeiten und spricht mit ihnen über den andauernden Einfluss der beiden Filmemacher auf das Kino.

Kulturgut Computerspiele
Ein Beitrag von Paul Krauskopf

Killerspiele. Computersucht. Verwahrlosung einer ganzen Generation. Computerspiele erfahren in der Öffentlichkeit vor allem Angst und Ablehnung. Heftig debattiert werden Jugendschutz und Verbote, selten jedoch Werte und Ziele der neuen europäischen Kultur. Ja, Computerspiele sind seit 2007 europäisches Kulturgut, seit 2008 auch im Deutschen Kulturrat verankert. Seit kurzem wird ihnen in Berlin sogar mit der ersten Dauerausstellung „Computerspiele. Evolution eines Mediums“ gehuldigt. Doch wie kommt es zu der Diskrepanz zwischen öffentlicher Meinung und dem Kulturbegriff Computerspiel? Auf der Suche nach einer Antwort taucht Metropolis ab in die Welt der „Gamer“, und erfährt dabei  verblüffendes über Spieler, Gegner und die Industrie der Spiele. Metropolis begibt sich an die Konsolen und vor die Bildschirme, um so den Spaß und die Gefahren des neuen Massenmediums erlebbar zu machen.

Moderation: Anja Höfer
Tonmischung: Jörg Höhne
Koordination ARTE G.E.I.E.: Marco Nassivera, Christophe Huber
Redaktion: Martin Pieper
Producer: Anahita Nazemi
Produzent: Christian Beetz

Koproduktion

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