Metropolis 25.09.2010

Alles ist Musik– Der Dokumentarfilm Kinshasa Symphony
Ein Beitrag von Sarah Maret


Kodachrome ist tot – lang lebe die Legende!
Ein Beitrag von Cordula Stadter

Jacques Tardi
Ein Beitrag von Thomas Palzer

Stéphane Hessel
Ein Beitrag von Gabriele Denecke

Vice Magazin und die Zukunft der Printpresse

Ein Beitrag von Georg Tschurtschenthaler und Paul Krauskopf

News

  • 05/2012 - Metropolis-Beitrag "Stéphane Hessel" nominiert bei "LiteraVision 2012"

    Wir freuen uns sehr, dass unser Metropolis-Beitrag „Stéphane Hessel – Tanz mit dem Jahrhundert“ von Gabriele Denecke für die Endrunde [...]

    Wir freuen uns sehr, dass unser Metropolis-Beitrag "Stéphane Hessel - Tanz mit dem Jahrhundert" von Gabriele Denecke für die Endrunde des Fernsehwettbewerbs 'LiteraVision 2012' nominiert worden ist. Die Jurysitzung und anschließende Preisverleihung finden am Freitag und Samstag, den 11. und 12. Mai 2012 im Literaturhaus München statt. Die hierfür nominierten Beiträge werden dabei von der Jury öffentlich diskutiert.

    LiteraVision 2012


Projekte


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    Metropolis 31.05.2008

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    Metropolis 09.02.2008

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    Metropolis 29.05.2010

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    Metropolis 07.03.2009


Metropolis 25.09.2010

Alles ist Musik– Der Dokumentarfilm Kinshasa Symphony
Ein Beitrag von Sarah Maret

Sie proben auf selbst gemachten Instrumenten, in mitten von Motorenlärm und neugierigen Passanten. Die Rede ist vom „Orchestre Symphonique Kimbanguiste“ das sich vor 15 Jahren im Acht-Millionen-Moloch Kinshasa, der Hauptstadt des Kongos, formiert hat. Nach einem langen, mühseligen Arbeitstag treffen sich die Musiker – vorwiegend Autodidakten – täglich für mehrere Stunden und proben die großen, europäischen Klassiker – wenn es sein muss auch auf Deutsch. Die Regisseure Claus Wischmann und Martin Baer haben einen einfühlsamen Dokumentarfilm über das einzige Sinfonieorchester Zentralafrikas geschaffen. Nach der Premiere in Kinshasa am 21. Juli und zahlreichen Festivalerfolgen, unter anderen auf der Berlinale, kommt der Dokumentarfilm nun in Deutschland am 23. September 2011 in die Kinos.

Kodachrome ist tot – lang lebe die Legende!
Ein Beitrag von Cordula Stadter

Zum letzten Mal konnten am 23. November 2010 Fotofilme der Marke Kodachrome 64 in die Labore nach Stuttgart und Lausanne eingeschickt werden. Dann war Schluss! Der legendäre Foto-Farbfilm Kodachrome 64 stirbt – ausgerechnet im Jahr seines 75. Geburtstags.
Seit 1935 erreicht kein anderer Diafilm die Schärfe und brillante Farbqualität des Kodachrome 64. Der Musiker Paul Simon widmet ihm 1973 mit dem Lied Kodachrome sogar eine Liebeserklärung – eine Hommage an die Erinnerungen seiner Jugend: „Mama, don’t take my Kodachrome away!“ Nun verwandelt Kodak selbst Paul Simons besungene Befürchtung in bittere Realität.
Doch was geschieht, wenn sich die Fotografie nicht mehr materiell in ein Speichermedium, wie in die drei Schichten des Kodachrome 64 einschreibt, sondern sich vergleichbar mit Video- oder Fernsehbildern aus digital generierten Bildpunkten zusammensetzt?
Metropolis erkundet die Auswirkungen mit der Koryphäe auf dem Gebiet der „Theorie der Fotografie“, dem Publizisten und Kurator Klaus Honnef.

Jacques Tardi
Ein Beitrag von Thomas Palzer

Der Großvater des französischen Zeichners Jacques Tardi hat den Ersten Weltkrieg im Graben miterlebt. Über diese elenden Jahre hat er später nie gesprochen. Aber die Großmutter hat Jacques Tardi ausführlich aus der Zeit erzählt. Und so ist es kein Wunder, dass der Erste Weltkrieg im Werk des 1946 geborenen Zeichners eine wesentliche Rolle spielt.
Putain de guerre ist das 2008 in Frankreich publizierte Werk Tardis betitelt – Elender Krieg, dessen zweiter Teil nun auf Deutsch erscheint – eine Art Geschichtslektion, die der Zeichner zusammen mit dem Historiker Jean-Pierre Verney gestaltet hat. Erzählt wird der fiktive Bericht eines einfach Frontsoldaten – am Ende jeweils ergänzt von einem mehrseitigen Rückblick des Historikers. Tardi ist ein großer, akribischer Bild-Dramatiker, der unermüdlich zeitgenössische Briefe, Fotos und Zeitungsausschnitte studiert, damit jedes Detail an Uniform, Bewaffnung und am Kriegsalltag stimmt. Seinen gezeichneten Rekonstruktionen haftet eine oft bedrückende Glaubwürdigkeit an.
Wir besuchen den Zeichner in seinem umgebauten Fabrikgebäude im Pariser XIX. Arromdissement.

Stéphane Hessel
Ein Beitrag von Gabriele Denecke

Ein Jahrhundertleben im wahrsten Sinne des Wortes: Stéphane Hessel verkörpert wie nur wenige andere das 20. Jahrhundert.
1917 wird er Sohn des Schriftstellers Franz Hessel wird in Berlin-Tiergarten geboren, 1924 übersiedelte er mit seinen Eltern nach Paris. Nachdem er sich 1941 der Résistance angeschlossen hatte, wurde er 1944 von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort lernte er den Publizisten Eugen Kogon kennen, der ihm das Leben rettete. Ab Oktober 1945 war er Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen in New York, 1948 Mitunterzeichner der Charta der Menschenrechte. Anschließend bereiste er im Auftrag der UNO und des französischen Außenministeriums als Diplomat die Welt; der französische Staat verlieh ihm den Titel »Ambassadeur de France«.
Er begegnete Picasso, Max Ernst, Walter Benjamin, de Gaulle, Nelson Mandela und vielen anderen mehr.
Nun hat er eine ungewöhnliche Autobiographie verfaßt: Er stellt sein Leben, das 20. Jahrhundert durchmessend, im Spiegel von Gedichten dar, die er im Laufe der Zeit auswendig gelernt hat. Das sehr persönliche Buch enthält 88 Gedichte in den drei »Muttersprachen« dieses überzeugten Europäers: aus der französischen, der englischen und der deutschen Literatur. Metropolis besucht den großen Mann des 20. Jahrhunderts in seiner Pariser Wohnung, in der er uns Gedichte rezitieren und seine Erinnerung an die Schlüsselerlbenisse des 20. Jahrhunderts mit uns teilen wird.

Vice Magazin und die Zukunft der Printpresse
Ein Beitrag von Georg Tschurtschenthaler und Paul Krauskopf

Mitten in der schwersten Krise der Printmedien geht METROPOLIS am Beispiel des erfolgreichen Magazins VICE der Frage nach, wie Printmedien in unserer heutigen Medienwelt nicht nur überleben, sondern wachsen können. VICE ist provokan, und schafft es, durch cross-mediale Ansätze und ungewöhnliche Vertriebsmethoden eine Perspektive zu entwickeln, an die viele nicht mehr glaubten. Metropolis schaut der jungen Redaktion bei der Arbeit über die Schulter und befragt einen Medienexperten, ob dieses Geschäftsmodell die Rettung der Printpresse bedeuten könnte.

Moderation: Anja Höfer
Tonmischung: Jörg Höhne
Koordination ARTE G.E.I.E.: Laurent Andres
Redaktion: Martin Pieper
Producer: Anahita Nazemi
Produzent: Christian Beetz

Koproduktion

zdf_logo_dummy Kopie Arte G.E.I.L.E.