Metropolis 31.05.2008

Pigozzi and the Paparazzi in der Newton Foundation Berlin
Ein Beitrag von Grit Lederer

Der neue Bau der Elbphilharmonie von Herzog&deMeuron und der Entwurf der neuen Pariser Philharmonie von Jean Nouvel
Ein Beitrag von Eva Fouquet

Spencer Tunick – nackte Haut statt rundes Leder
Ein Beitrag von Bettina Haasen

Bruttodokumentation – Ein Besuch im Atelier bei Daniel Richter
Ein Beitrag von Birgit Herdlitschke

Die Rock-Band Tinariwen auf Europatournee
Ein Beitrag von Julia Kaulbars

Olafur Eliasson – ein Porträt
Ein Beitrag Martin Rosefeldt

„Cees Nooteboom“ – ein Brevier von Rüdiger Safranski anlässlich Nooteboom’s 75. Geburtstag
Ein Beitrag von Horst Mühlenbeck

Projekte


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    Metropolis 25.09.2010

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    Metropolis 09.04.2011

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    Metropolis 31.10.2009

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    Metropolis 17.06.2006

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    Metropolis 09.02.2008

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    Metropolis 29.05.2010

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    Metropolis 07.03.2009

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    Metropolis 17.09.2011


Metropolis 31.05.2008

Pigozzi and the Paparazzi in der Newton Foundation Berlin
Ein Beitrag von Grit Lederer

Sie sind die „bad boys“ des modernen Journalismus – die Paparazzi. Mit Teleobjektiven lauern sie Stars und Prominenten auf, lichten sie in privatesten Situationen ab. Paparazzi sind überall dort, wo es glamourös zugeht. Ein wenig von diesem Schimmer fällt aber auch immer auf die Paparazzi selber ab. Der in Berlin geborene Fotograf Helmut Newton bewunderte die Paparazzi unverhohlen, jene Kollegen aus den 60er Jahren, deren Methoden mehr vom sportlichem Ehrgeiz und Raffinesse zeugen, denn vom Voyeurismus heutiger Zeiten. Helmut Newton inszenierte Modefotografien mit Modellen, die Stars darstellen sollten, umringt von „falschen“ Paparazzi. Realität und Inszenierung – die Grenzen verwischen. Alles wird zu einem Spiel. 
Jetzt widmet sich erstmals eine Ausstellung dem Phänomen Paparazzi auf seriöse Weise. Die Newton Foundation in Berlin zeigt ab Anfang Juni historische Aufnahmen sowie Bilder von noch lebenden Paparazzi-Fotografen.

Der neue Bau der Elbphilharmonie von Herzog&deMeuron und der Entwurf der neuen Pariser Philharmonie von Jean Nouvel
Ein Beitrag von Eva Fouquet

Der Bilbao-Effekt breitet sich aus: die großen europäischen Städte bauen sich ihre eigenen architektonischen Prestigeobjekt ganz nach dem baskischen Vorbild. Der Trend hin zu spektakulärer Architektur als Vorzeigeobjekte der Städte für die internationale Bühne des Wettbewerbs um Prestige und Macht betrifft nicht nur Museen, sondern auch Bibliotheken und Gotteshäuser.
Wieviel kostspielige Architektur braucht die Kultur und warum dieser Hype um das Millionenschwere Luxusobjekt?
Auch Hamburg schließt sich diesem Trend an mit einem ehrgeizigen Projekt an: dem kostspieligen Bau der Elbphilharmonie. Das Schweizer Architektenteam Jacques Herzog & Pierre de Meuron baut das neue imposante Konzerthaus, das eines der besten Konzertsäle der Welt beheimaten soll. Die geschwungene gläserne Welle soll wie Sydney zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden und ab 2010 tausende Besucher in die Hansestadt locken.
Der französische Architekt und angehender Pritzkerpreisträger Jean Nouvel plant ein ähnliches Mammutprojekt. Standort ist Paris, gebaut wird ebenfalls eine Philharmonie. In Größe, finanziellem Aufwand, Wagemut und Prestige steht Nouvels Planung bei dem Hamburger Modell nicht hinten an. Der spektakuläre Kulturbau wird sicherlich ebenfalls Unsummen verschlingen und die Kalkulation sprengen.
Stecken die Hauptstädte Europas mehr Geld in ihre neuen spektakulären Wahrzeichen als in ihre eigene Kultur? Wie wichtig ist Architektur für die Außenwirkung einer Stadt geworden und was lassen es sich die Regierenden der Städte kosten?

Spencer Tunick – nackte Haut statt rundes Leder
Ein Beitrag von Bettina Haasen

Spencer Tunick lässt Tausende Nackte für die Europameisterschaft posieren.

Ist es Kunst oder einfach Marketingstrategie? Tunick ist vor allem bekannt durch seine Installationen nackter Menschen, die in urbanen Zusammenhängen als ikonographische Symbole „posieren“. Tunick hat bereits mehr als 65 Installationen weltweit realisiert. Früher musste Tunick damit rechnen, dass seinen Aktionen ein Gefängnisaufenthalt folgte. Heute sind sie zu massenmedialen Events geworden und seine nackten menschlichen Installationen genießen mittlerweile Kultstatus.
Anlässlich der bevorstehenden Europameisterschaft  am 11. Mai lädt der New Yorker Künstler zu einer spektakulären Aktion ins Ernst-Happel-Stadion in Wien ein. Ein Kunstevent für jedermann, der schon immer Teil eines Kunstwerks sein wollte. Das Event, das von der Kunsthalle Wien und der Initiative „Österreich am Ball“ organisiert wird, findet in dem Stadion statt, in dem das Endspiel der EM 2008 ausgetragen wird.
Metropolis trifft Spencer Tunick bei den Vorbereitungen des Projektes in Wien und spricht mit ihm und dem Leiter der Kunsthalle Wien über seine Installationen und darüber, inwiefern sich die Grenzen von Event und Kunst vermischen.

Bruttodokumentation – Ein Besuch im Atelier bei Daniel Richter
Ein Beitrag von Birgit Herdlitschke

Daniel Richter ist – neben Neo Rauch – der bedeutendste deutsche Maler seiner Generation und im Olymp des internationalen Kunstmarktes angekommen. Metropolis besucht den Shooting Star in seinem Berliner Atelier und sieht ihm bei der Entstehung seines neusten Werkes zu. Ein Einblick, den er nur selten gewährt.

Die Rock-Band Tinariwen auf Europatournee
Ein Beitrag von Julia Kaulbars

Weltberühmte Musiker wie Robert Plant (Led Zeppelin), Tom Yorke (Radiohead) oder Carlos Sanatana sind von Tinariwens Musik begeistert und ließen sich von der Musik der ehemaligen Touareg-Rebellen inspirieren.
Ibrahim Ag Alhabib gründet die Gruppe in den Siebziger Jahren im algerischen Flüchtlingslager. Im Exil verbindet er die traditionelle Musik ihres Nomaden-Volkes mit modernen Rocksounds. Die Texte drücken die Gefühle ihres Volkes aus: Sie handeln von Krieg und Frieden und der Einsamkeit eines Nomaden.
In den Bergen kämpfen die Rebellen mit Kalaschnikows und ihrer Musik gegen Unterdrückung. Illegale Kassetten mit ihrer Musik kursieren in allen Sahara-Ländern – auch wenn ihr Besitz der Weg ins Gefängnis sein kann. Es ist der Soundtrack für den Aufstand gegen die malische Regierung.
1992 ist die Band an den Friedensverhandlungen beteiligt. Seitdem vermitteln sie immer wieder bei Konflikten, die zwischen den Touareg-Völkern der Sahara und den nationalen Regierungen in Ländern wie Mali und Niger aufschwellen.
Tinariwens Musik vereint bluesig-energetische Rockriffs, Reggae- und Funk-Einlagen mit tranceartigen Gesängen alter Tuaregmelodien. Die BBC verkündet: „Sie sind eine Sensation! Es gibt viele Bands, die wissen, wie Rock funktioniert, aber wenige, die wissen, wie Roll funktioniert. Tinariwen sind die Meister des Roll ´n Roll.“

Olafur Eliasson – ein Porträt
Ein Beitrag Martin Rosefeldt

Berlin – New York – München: Olafur Eliasson, Global Player des internationalen Kunstmarkts und einer der einflussreichsten Gegenwartskünstler, ist in diesem Jahr nicht nur Schöpfer des monumentalsten Kulturereignisses der Welt, der ‚New York Waterfalls’, sondern macht allein in der ersten Jahreshälfte fast zeitgleich mit drei weiteren Ausstellungen und Projekten auf sich aufmerksam. Bevor der gebürtige Kopenhagener im Juli in New York sein bisher größtes und aufwendigstes Projekt – vier gigantische, künstliche Wasserfälle im East River – realisiert, widmet ihm das MoMa unter dem Titel „Take your Time“ (20.4. bis 30.6. 2008) die bisher umfangreichste Schau seines Werkes. Insgesamt 34 Installationen gewähren einen eindrucksvollen Einblick in Eliassons künstlerisches Schaffen: exzentrisch und geometrisch zugleich, lassen seine Konstruktionen nicht nur die Stimmungen und Landschaften seiner Heimat Skandinavien in neuem Licht erscheinen, sondern regen nebenbei zu einem umfassenden Diskurs über das Verhältnis zwischen dem Kunstobjekt und dem Betrachter, sowie dessen Verhältnis im Raum und zu sich selbst an.
Bei seinem Versuch, Natur, Wissenschaft und Technik miteinander in einen konstruktiven Dialog zu setzen, scheut Eliasson auch nicht vor dem Zusammengehen mit globalen Wirtschaftsakteuren zurück: In der Pinakothek der Moderne (29.5. bis 20.7.2008) präsentiert Eliasson unter dem Titel „Your mobile expectations: BMW H2R Project“ mit dem bayerischen Autobauer sein neuestes Werk – einen dem Dialog zwischen Natur und Technik geschuldeten, mit Wasserstoff angetriebenen Rennwagen der Zukunft.

„Cees Nooteboom“ – ein Brevier von Rüdiger Safranski anlässlich Nooteboom’s 75. Geburtstag
Ein Beitrag von Horst Mühlenbeck

Cees Nooteboom ist zur Zeit sicher der in Europa bekannteste niederländische Schriftsteller. Über 20 seiner Bücher sind inzwischen ins Deutsche und Französische übersetzt worden.
In Mittelpunkt seiner Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays stehen Individuen, die sich in einer chaotischen Welt behaupten und zurechtfinden müssen. Die Themen Beziehung/Liebe, Kulturerfahrung, Europa und Reisen kehren immer wieder.
Reisen ist für Nooteboom Kultur- und Selbsterfahrung. Seine Bücher spiegeln den Erfahrungsprozess, die individuelle Begegnung mit anderen Kulturen und die daraus entstehenden Konflikte wider.
Als einer der ersten Schriftsteller überhaupt hat sich Nooteboom mit der strukturellen Veränderung Europas auseinandergesetzt; mit seiner Vielseitigkeit und Einheit im ausgehenden 20. Jahrhundert. Und er hat in einem Essay – Band die Frage gestellt. „Wie wird man Europäer?“
Er konnte das – bezogen auf Deutschland –z.B. hautnah in Berlin miterleben, als er 1963 zuerst den Bau und 26 Jahre später dann den Fall der Mauer und die durch die deutsche Einheit bewirkten Veränderungen beobachtete.
Nootebooms neue Textsammlung „Ich hatte tausend Leben und nahm nur eines“, die am 18. Juni anlässlich Nooteboom’s 75. Geburtstag erscheint und von Rüdiger Safranski herausgegeben wird, ist Ausgangspunkt seines Aus- und Rückblicks auf Leben und Literatur.

Produktion: Spencer Kiesow, Maria Wischnewski, Lisa Häfner, Philipp Weigold
Schnitt: Jörg Nußbaum
Mischung Florian Gehlen
Redaktion: Julie Schrader, Ira Wilke
Produzent: Christian Beetz
Redaktion ZDF/arte: Martin Pieper
Koordination ARTE G.E.I.E: Laurent Andres

Koproduktion

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